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Nachtübung mit Drohne: Personensuche in Gussendorf

Fragt man Feuerwehrleute, was sie Freitagabend mit ihrer Freizeit tun, dann hört man mit hoher Wahrscheinlichkeit: ÜBEN! So auch gestern, als in Gussendorf eine große Übung stattgefunden hat. Die FF Gussendorf unter Kommandant HBI Robert Heinzl und Stellvertreter OBI Mathias Thomann haben sich ein Szenario ausgedacht, bei dem fünf Personen nach einem Vorfall mit einem Pkw in einem weitläufigen Gebiet vermisst wurden. Ziel der Übung war es, nicht nur die vermissten Personen zu finden, sondern auch die Abläufe zwischen den verschiedenen eingesetzten Rettungskräften zu optimieren. So stand von Beginn an im Vordergrund, die Abläufe für so einen Ernstfall möglichst realistisch nachzuempfinden.

So wurde angenommen, dass zunächst die FF Gussendorf von der Polizei zu einer Personensuche angefordert wurde und sich nach der Ersterkundung herausgestellt hatte, dass weitere Einsatzkräfte erforderlich sind. So hat Einsatzleiter HBI Robert Heinzl zunächst die FF Wettmannstätten, die Drohne des Bereichsfeuerwehrverbandes DL sowie die Drohne der FF Preding nachalarmiert. Außerdem hat er über das Rote Kreuz die Suchhundestaffel angefordert, da aufgrund der Tageszeit und Witterung – einbrechende Dunkelheit und eine bevorstehende Abkühlung in der Nacht – nicht nur geschulte Menschen, sondern auch tierische Fähigkeiten wie eine gute Nachtsicht und hervorragender Geruchssinn gefragt waren. Die Polizei war ohnehin bereits mit mehreren Streifen vor Ort.

Nach kurzer Anfahrt zum Einsatzort wurde zunächst eine Einsatzleitstelle errichtet und die Aufgaben an die Feuerwehren verteilt. Während die FF Gussendorf und FF Wettmannstätten mit Fahrzeugen zunächst die Straßen absuchten, formierten sich Suchtrupps, die die nun eingetroffene Suchhundestaffel unterstützten. Die Drohne Preding sowie die Bereichsdrohne teilten sich den Suchbereich in der Luft auf und konnten bei dieser Übung auch die Koordination untereinander üben, um Zusammenstöße in der Luft auszuschließen.

Mittlerweile war es bereits dunkle Nacht geworden, was den Einsatz erheblich erschwerte. Für die Piloten der FF Preding war es eine echte Herausforderung, einen sicheren Flugbetrieb zu gewährleisten, da im Suchgebiet auch zwei Hochspannungsleitungen verlaufen, die längst in der Dunkelheit verschwunden waren. Mithilfe von modernster Technik, die auf unserer Drohne verbaut ist, konnte jedoch die Einsatzleitung Gussendorf mit wertvollen Aufklärungsdaten von oben unterstützt werden: Wärmebild- und Infrarotkamera liefern auch in der Nacht gute Bilder, die letztlich dafür genutzt werden konnten, die Suchtrupps punktgenau loszuschicken. Die neue Drohne der FF Preding ist dabei in der Lage, nicht nur mithilfe modernster künstlicher Intelligenz mögliche Fundorte aufzuspüren, dabei etwa Temperaturunterschiede am Boden punktgenau zu erkennen. Es ist auch möglich, eine Fundstelle exakt mittels GPS-Koordinaten zu markieren. Diese Koordinaten können einfach per QR-Code mit einem Smartphone abfotografiert werden. Die Maps-App auf dem Smartphone führt sogleich die Suchmannschaft unmittelbar in den richtigen Suchbereich, was die Suche im Idealfall markant beschleunigen und im Ernstfall lebensrettend sein kann. 

Eine weitere Fähigkeit, die die Drohnenmannschaft der FF Preding entwickelt hat, ist es, das Bild der Drohne per Livestream im Internet der Einsatzleitung zur Verfügung zu stellen. So kann jeder, der den Link zum Livestream hat, mit jedem beliebigen Endgerät das Livebild der Drohne sehen. Dies ist vor allem für Einsätze wichtig, in denen die Bodenmannschaft der Drohne – die mit einem eigenen Fernseher und eigener Stromversorgung das Livebild der Drohne vor Ort bereitstellt – nicht unmittelbar in der Nähe der Einsatzleitung stationiert ist, sondern möglicherweise kilometerweit entfernt. Dennoch kann die Einsatzleitung, ohne selbst den Ort wechseln zu müssen, das Livebild der Drohne unmittelbar in der Einsatzzentrale sehen und zur Entscheidungsfindung heranziehen.

Nach rund zwei Stunden Übungszeit waren alle Personen gefunden worden und bei der kurzen Nachbesprechung gab es von allen Seiten großen Dank für die Möglichkeit, gemeinsam zu üben, gemeinsam Erkenntnisse und Schwachstellen zu finden und sich so gemeinsam auf den nächsten Ernstfall vorbereiten zu können. Denn jede Übung kann schon am nächsten Tag ein Einsatz sein – und gut vorbereitete Einsatzkräfte können Menschenleben retten. Damit spannt sich der Bogen zurück zum ersten Satz dieses Beitrages: Feuerwehr, Rotes Kreuz, Bergrettung und viele andere leben diesen Satz: Unsere Freizeit für die Sicherheit unserer Bevölkerung! 

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