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Technische Übung an einem „Panzer“

Es ist wohl eines der Horrorszenarien eines jeden Autofrahrers, bei einem Unfall in seinem Fahrzeug eingeklemmt zu werden. Auch für die Feuerwehr stellt dies eine besondere Herausforderung dar: Unter Zeitdruck muss jeder Handgriff sitzen, um ein Fahrzeug im Ernstfall rasch und für den Autofahrer dennoch möglichst schonend zu öffnen.

Das erfordert Übung! Schon bei einem normalen Pkw kann ein verformtes Fahrzeug den Feuerwehrkräften einiges abverlangen – aber was, wenn ein Fahrzeug geöffnet werden muss, das noch dazu besonders stabil gebaut ist? Genau dieses Szenario konnte die FF Preding bei der Monatsübung im September, die am gestrigen Donnerstag stattgefunden hat, austesten. Freundlicherweise wurde uns dafür von der Firma INEOS ein Prototyp des Geländefahrzeuges „Grenadier“ zur Verfügung gestellt. In Graz betreibt INEOS einen Standort, wo das Fahrzeug entwickelt und weiterentwickelt wird. Nun wurden einige dieser Fahrzeuge – als Prototypen, also de facto neu – ausgeschieden, diese müssen verschrottet werden und dürfen selbstverständlich nicht in Umlauf gebracht werden. INEOS hat sich entschlossen, hier umliegende Feuerwehren zu unterstützen und die Fahrzeuge vor der endgültigen Verschrottung für Übungen zur Verfügung zu stellen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an INEOS in Graz, insbesondere Herrn Stephan Altenbacher für das Angebot und die Abwicklung, die durchaus auch bereits mit einem gewissen Aufwand verbunden war – allein der Transport des nicht straßenzugelassenen Autos vom MAGNA-Werk in Thondorf bis nach Preding.

Gestern Abend war es nun also soweit, und die Feuerwehren Preding sowie Wieselsdorf übten gemeinsam, wie man ein – im Vergleich zu einem normalen Pkw – mindestens doppelt so stark gebautes Fahrzeug öffnen kann. Es wurde mit der Flex und der Säge geschnitten sowie mit unseren hydraulischen Geräten Schere, Spreitzer und Stempel gearbeitet. Rund zwei Stunden lang haben wir den Grenadier von allen Seiten angegriffen, haben seine Schlösser zerstört, seine Türen entfernt, sein Dach angehoben und später komplett abgenommen sowie dabei unsere Gerätschaften bis an ihr Limit austesten können. Das Entfernen der A- und B-Säulen des Fahrzeuges war dabei ein speziell fordernder Auftrag, aber auch dies ist mit der richtigen Taktik gut gelungen. Der Grundtenor der Feuerwehrleute war zwar: „Schade drum!“, aber natürlich war die Möglichkeit, einmal ein derart robustes Fahrzeug zerlegen zu können, ein großer Gewinn.

Am Ende der Übung konnten wir ein sehr positives Fazit ziehen. Obwohl der INEOS Grenadier sich richtig „gewehrt“ hat, konnten wir unsere Übungsziele erreichen und den Umgang mit unserem eigenen Rettungsgerät unter erschwerten Bedingungen üben. Dies bringt die Leistungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft der FF Preding in Zusammenarbeit mit der FF Wieselsdorf wieder ein Stück weiter nach oben.

Übrigens: Der INEOS Grenadier ist mittlerweile auch selbst im „Feuerwehreinsatz“: Die FF Ilz (Bezirk Hartberg-Fürstenfeld) hat unlängst eine Feuerwehrversion davon in Dienst gestellt.

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