Feuer kann neben lebensfeindlichen Rauchgasen auch gewaltige Hitze erzeugen. Bei Bränden, insbesondere in Innenräumen, ist daher eine sichere Angriffsplanung nicht nur für den Erfolg des Löschangriffs, sondern vor allem für die persönliche Sicherheit der Feuerwehrkräfte von entscheidender Bedeutung.
Um diese Bedingungen unter Aufsicht und in einer sicheren Umgebung bestmöglich trainieren und testen zu können, gibt es an der Feuerwehr- und Zivilschutzschule Steiermark in Lebring verschiedene Kurse. Einer davon ist der Lehrgang „Brandbekämpfung I“, an dem unser Atemschutzträger OFM Benjamin Schindele unlängst teilgenommen hat.
Kerninhalte waren etwa der richtige Umgang mit dem Holhstrahlrohr und das Erlernen moderner Löschmethoden. Im Bereich der Gefahrenlehre ging es um das Erkennen und Beherrschen von Extremereignissen – wie etwa dem Flashover und einem Backdraft. Als Flashover wird der schlagartige Übergang eines Brandes, zum Beispiel eines Zimmerbrandes, von der Entstehungsphase hin zur Vollbrandphase bezeichnet. Der Backdraft hingegen ist eine Rauchgasexplosion: Hat sich in einem geschlossenen Raum mangels Sauerstoff der Brand selbst gelöscht, verbleiben jedoch durch die vorhergehende Pyrolyse noch brennbare Gase und Dämpfe. Während dem Abkühlen des Raumes entsteht im Raum ein Unterdruck. Wird nun die Tür zum Brandraum geöffnet, wird Sauerstoff durch den Unterdruck angesaugt und kann zu einer Explosion mit potenziell verheerenden Auswirkungen führen.
Das Gelernte wurde natürlich realitätsnah in Übungen unter schwerem Atemschutz in der Brandübungsanlage der Feuerwehrschule angewandt. Die Temperaturen im Brandcontainer erreichen dabei mehrere hundert Grad. Eine herausfordernde Aufgabe, angesichts von Außentemperaturen jenseits der 30 Grad, der sich unser Kamerad OFM Benjamin Schindele gestellt hat.