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Dem
Vorbild anderer steirischer Gemeinden folgend, jedoch als erste im
Bezirk Deutschlandsberg gegründeten
die Predinger Bürger im Jahre 1872 eine eigene freiwillige Feuerwehr.
Am
11. August 1872 versammelten sich 21 Männer im Hause des Arztes Franz Trost und wählten einen Gründungsausschuss, bestehend aus den Herren Eduard Körner (Obmann), Franz Trost, Johann Geyer, Ernst Schmölzer, Konrad Klampfl und Carl Steinweiß. Vier Tage später fand die eigentliche Gründungsversammlung statt, in deren Verlauf Franz Trost mit überwältigender Mehrheit (29 von 35 Stimmen) zum ersten Feuerwehrhauptmann gewählt wurde, sein Stellvertreter war künftig Eduard Körner, Rottenführer wurde Johann Prettenhofer, Zugsführer Josef Prettenhofer, vier Spritzenmänner und elf Mann Bedienungsmannschaft nebst sechs Schutzwehrleute ergänzten die Feuerwehr. Anton Geyer als erster und Ignaz Matl als zweiter Hornist war für die Alarmierung und die Signale zuständig, Zeugwart Ernst Schmölzer für die Gerätschaften. Nach seinem Tode 1881 wurde Feuerwehrhauptmann Franz Trost in einem Ehrengrab der Feuerwehr am Ortsfriedhof beigesetzt, im Beisein der Feuerwehrmusik, die schon für das Jahr 1873 erstmals bezeugt ist, anfangs durchwegs aus Wettmannstättern bestand und auch 1929 die Motorspritzenweihe umrahmte. Im Jahre 1874 errichtete die Wehr am Marktplatz einen ersten Steigerturm und begann 1879 mit dem Bau des Rüsthauses auf dem 1877 erworbenen Resch-Gregi Acker oberhalb des Marktes an der Straße nach Graz, wo das Rüsthaus heute noch steht (Bauschluss 1882). Ein neuer Steigerturm beim Rüsthaus ersetze 1881 jenen am Markplatz, Anlässlich eines Kurzaufenthaltes Kaiser Franz Josephs am Bahnhof Wieseldorf am 6. Juli 1883 – der Monarch befand sich auf einer Reise zur Familie Lichtenstein auf Hollenegg – richtet der Kaiser das Wort an Hauptmann Körner, worauf dieser auf die Frage „Na, Herr Hauptmann, brennt’s oft bei Ihnen?“ die aufgeregte Antwort „Leider nein, Majestät“ gegeben haben soll – in jedem Fall eine amüsante Anekdote.
Am Rüsthaus ertont im Brandfall seit 1939 eine Alarmsirene, Umbauarbeiten im Jahre 1950 sowie eine Generalsanierung mit Zubau in den Jahren 1990 –1992 ließe das Rüsthaus in Zeitgemäßen Glanze entstehen. Das 120.jährigen Bestandsjubiläum wurde 1992 samt Rüsthaussegnung und Veranstaltung des dritten Bezirksfeuerwehrtages besonders gefeiert wurden. Weiterer Anlass war das damals bereits 25jährige Bestehen einer Partnerschaft mit der Feuerwehr von Starse (Slowenien), die sich später zu einer Partnerschaft der beiden Gemeinden entwickelte.
Weitere Ausrüstungsgegenstände wurden im Laufe der vergangen Jahrzehnte angekauft, Trockenlöscher (1964), Notstromaggregat (1966), Tauchgeräte (1971), Schlammpumpe (1974) hydraulische Bergeschere (1981) Atemschutzgeräte 1986 sowie 1993 zusätzlich zwei Tauchgeräte. Ständige Überprüfung und Erneuerung der Gerätschaften gewähren die Einsatzbereitschaft. Derzeit verfügt die FF Preding über ein Tanklöschfahrzeug Allrad (3000 Liter Wasser) aus dem Jahre 1995, ein Kleinrüstfahrzeug mit Bergeausrüstung (Baujahr 1983), ein Mannschaftstransportfahrzeug für neun Mann (Baujahr 1989) sowie als jüngste Errungenschaft seit 1998 über ein neues Schlauchboot mit Außenbordmotor. Dieses dient den Einsätzen der drei ausgebildeten Tauchern der FF Preding, die auch einen Bezirksstützpunkt umfasst Die
derzeit 67 aktiven Mitgliedern der FF Preding leisten neben der Bekämpfung von ausbrechenden Schadenfeuern
zunehmend Einsätze wie Berg- und Aufräumarbeiten bei Katastrophen
(Unwetter und Hochwasser) sowie bei Verkehrsunfällen. Ständige
Schulungen an der Feuerwehr und Zivilschutzschule Steiermark in Lebring
sowie Weiterbildungen in der eigenen Feuerwehr gehören heute zum
Alltag eines Feuerwehrmannes. Mit der Teilnahme an Leistungsbewerben des
Landesfeuerwehrverbandes messen sich Feuerwehrkameraden im Wettkampf.
Eifrige Jungfeuerwehrmänner und auch Mädchen stellen den Bestand
der Feuerwehr auch für die Zukunft sicher. An spektakuläre Einsätze
in und um Preding ist in den letzten Jahren jener Großbrand der
Holzindustrie Leitinger im Jahre 1992 und der Wirtschaftsgebäude
Brand auf Schloss Hornegg 1999 zu nennen. Unvergessen bleibt auch der
Einsatz der Predinger Feuerwehr 1958 nach der Murenkatastrophe in der
Breitenau. |
Quelle Fotos:
Chronik „800 Jahre Preding“
© 2002 |
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